Pater Andreas Endl

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Heilige Kommunion

Nach dem ersten und eigentlichen Höhepunkt, nämlich der Wandlung, gibt es in der heiligen Messe noch einen zweiten Höhepunkt: die heilige Kommunion. Hier findet der gläubige Mensch die höchste Vereinigung mit Gott, die hier auf Erden möglich ist. Wer kommuniziert, der nimmt Christus selbst in sein Herz auf, wird von seiner Liebe überreich beschenkt und bereitet sich so auf die ewige Vereinigung mit ihm im Himmel vor. Daher sagt Christus: "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und den werde ich auferwecken am Jüngsten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm."
( Joh. 6, 54-56)
Wie glücklich ist daher der gläubige Katholik. In keiner anderen Religion gibt es eine solch liebende Nähe Gottes zum Menschen.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Das Ziel

Das letzte Ziel des Menschen ist es, nach seinem Tod Gott ewig zu schauen, zu lieben und zu besitzen. Dies erlangt zu haben wird für ihn das höchste Glück sein, dies verfehlt zu haben das höchste Unglück. Dieses Glück wird ihm von Gott zuteil als Lohn für ein gutes Leben, denn das irdische Leben ist eine Zeit der Bewährung, in der man sich für Gott entscheidet oder gegen ihn, für Himmel oder Hölle.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Der Weg

Gott hat uns in dieser Zeit der Entscheidung nicht ohne Hilfe gelassen. Um uns Maßstäbe für das, was wir tun sollen, zu geben, hat er uns seine Gebote geoffenbart:

Die 10 Gebote. Wenn uns diese normalerweise auch durch die Erziehung vermittelt werden, so hat er sie noch zusätzlich in unser Herz geschrieben. Eine innere Stimme warnt uns, wenn wir etwas Böses tun wollen, oder sie treibt uns an, wenn es etwas Gutes ins Werk zu setzen gilt. Diese innere Stimme ist das Gewissen. Durch die gewohnheitsmäßige Befolgung seiner Anweisungen, sowie durch das Gebet um rechte Erkenntnis und die Beschäftigung mit den Wahrheiten des Glaubens wird das Gewissen verfeinert. Dagegen wird es durch Missachtung seiner Mahnungen, durch schlechte Gewohnheiten oder schlechten Umgang abgestumpft, verblendet und verbogen. Wer das Ziel des Lebens erreichen will, muss also sein Gewissen in der genannten Weise an den Geboten der Religion bilden.

Um uns umso sicherer auf dem rechten Weg zu erhalten, hat uns auch die von Christus gestiftete hl. Kirche, von ihm selbst dazu ermächtigt, Gebote vorgelegt, die gewisse Mindestforderungen des christlichen Lebens darstellen, z.B. das Gebot des sonntäglichen Messbesuchs.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Die Sünde – Abkehr von Gott

Nun handelt aber der Mensch im praktischen Leben allzu oft nicht nach diesen von Gott gegebenen Regeln. Denn die Welt mit ihren falschen Grundsätzen und scheinbar erfüllenden Glücksgütern (Macht, Besitz, Ruhm), die von der Erbsünde herrührende Begierlichkeit und die Versuchungen des Teufels gaukeln ihm ständig das Böse als etwas Erstrebenswertes vor und umgekehrt. Wenn sich nun der Mensch gegen den Willen Gottes entscheidet, so sündigt er. Dies kann in Gedanken, Worten, Werken, aber auch durch Unterlassung des Guten, zu dem wir verpflichtet wären, geschehen. Die Sünde besteht also in der Abkehr von Gott und in der Zuwendung zum Geschöpf, entweder dadurch, dass man es statt Gottes zu seinem letzten Ziel macht, oder indem man es nicht in einer Gott untergeordneten Weise anstrebt.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Die schwere Sünde

Nicht alle Sünden sind gleich schwerwiegend. Handelt es sich bei einer schlechten Tat um eine wichtige Sache (oder hat diese Tat schwerwiegende Folgen) und sind auch klare Erkenntnis der Sündhaftigkeit und volle Zustimmung des Willens da, so ist die Abkehr von Gott eine vollständige. Der Mensch verweigert dabei – auch wenn er es nicht so ausspricht oder in Gedanken formuliert – Gott ganz grundsätzlich den schuldigen Gehorsam. Er macht sich selbst, zum Endziel seines Lebens.

Die Folge einer solchen schweren Sünde – auch Todsünde genannt – ist der Verlust der heiligmachenden Gnade und der Gotteskindschaft. Anstatt in die beglückende Schau Gottes einzugehen, würde der in diesem Zustand sterbende Mensch der Strafe der ewigen Gottesferne, der Hölle verfallen. Schwere Sünden sind nicht nur Taten wie Mord und Ehebruch, sondern z.B. auch: Vernachlässigung einer grundlegenden Kenntnis des Glaubens und der daraus folgenden Moral, sowie der religiösen Praxis, Verführung zum Bösen (wie auch Freude an Schlechtem, schlechte Wünsche), Abtreibung, böse (üble) Nachrede, Racheakte, schwerwiegende Lieblosigkeiten, Spielereien mit Spiritismus etc.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Die lässliche Sünde

Ist die böse Handlung von geringerem Gewicht, ist die Schlechtigkeit einer Sache nicht hinreichend erkannt oder ist nur eine teilweise Zustimmung vorhanden, so wird die Orientierung des Menschen auf Gott durch die Gnade nicht zerstört. Man spricht dann von einer lässlichen Sünde.

Wenn auch die lässliche Sünde nicht die Freundschaft mit Gott zerstört, so ist sie doch eine Beleidigung des unendlich liebenswürdigen Gottes. Sie macht uns, besonders wenn sie oft und freiwillig geschieht, zur schweren Sünde geneigt und behindert sehr das Wirken der Gnade Gottes in unserer Seele. Wer nicht aufrichtig nach Besserung strebt, läuft große Gefahr, tiefer zu fallen. Der Verstand wird auf die Dauer geblendet und der Wille zum Guten geschwächt.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Das Heilmittel für die Sünde

Christus hat für die Not der in die Sünde verstrickten Menschen ein Heilmittel gegeben, indem er nach seiner Auferstehung zu seinen Jüngern sprach: "Empfanget den Heiligen Geist. Wem immer ihr die Sünden nachlasst, dem sind sie nachgelassen; wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten." (Joh. 20, 23) Dies war die Einsetzung des Bußsakramentes, auch Beichte genannt. Nicht aus eigener Kraft, sondern im Auftrag und in der Vollmacht Christi spricht dabei der Priester den Sünder, der aufrichtig und reumütig seine Verfehlungen bekennt, von seinen Sünden frei, seien sie auch noch so schwer. Die Seele wird so von jeder Schuldbefleckung gereinigt und wieder mit der Gnade geschmückt und geheiligt.

Christus selbst also hat die Sündenvergebung an den Priester geknüpft. Das Sündenbekenntnis ist nötig, weil der Stellvertreter Gottes ja sonst nicht erkennen könnte, wem er die Sünden nachlassen, oder wem er sie "behalten" soll, was z.B. der Fall wäre, wenn der Beichtende zu erkennen gibt, dass er keine Reue hat. Wichtig ist, dass die Reue nicht eine Sache des Gefühls, sondern des Willens ist.

Weil die Sünden so getilgt sind und weil Gott dieses Sakrament der Barmherzigkeit zum Nutzen und nicht zum Nachteil des Sünders eingesetzt hat, deshalb ist der Priester zu strengstem Stillschweigen über das verpflichtet, was ihm in der Beichte anvertraut wurde. Das nennt man Beichtgeheimnis. Der Priester ist schwer verpflichtet, wenn es sein müsste, eher das Leben zu lassen, als irgendwie zu verraten, was er hier vernommen hat.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Tod und Gericht

"Und wie es dem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, und dann kommt das Gericht…." (Heb. 9, 27)

Der Mensch ist zusammengesetzt aus Leib und Seele. Der Leib besteht aus Materie. Alles aus und mit Materie Zusammengesetzte unterliegt aber den Gesetzen der Materie und daher der ständigen Wandlung, der Entstehung und Auflösung. Die Auflösung der Zusammensetzung von Leib und Seele nennen wir Tod.

Der Mensch war in seinem Urzustand durch eine besondere übernatürliche Gabe vor dieser Auflösung bewahrt. Durch die Sünde der Stammeltern ging diese Gabe verloren, und daher nimmt die Natur nun ihren gewöhnlichen Verlauf: Alle Menschen müssen sterben. Das gilt ohne jede Ausnahme!

Beim Tod trennt sich also die Seele vom Leib. Der Leib, der aus Materie besteht, zerfällt. Die Seele aber besteht nicht aus Materie. Sie ist geistig, einfach und nicht zusammengesetzt. Deshalb kann die Seele auch nicht zerfallen und vergehen wie der Leib, sondern sie bleibt bestehen. Was aber geschieht nun mit der Seele, die getrennt vom Leib weiterlebt?

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Das persönliche Gericht

Mit dem Leib hat die Seele auch die Möglichkeit ihrer meisten natürlichen Tätigkeiten verloren. Damit ist die Zeit ihres Wirkens und Verdienens vorbei: "Es kommt die Nacht, da niemand zu wirken vermag." (Joh. 9, 4) Nun ist es also soweit, dass die Seele den Lohn für ihre Arbeit erhält.

Der Mensch hat auf Erden gelebt, um sich die ewige Seligkeit in der Anschauung Gottes zu verdienen. Dafür hat er eine bestimmte Lebensfrist erhalten. Nun, nach deren Ablauf, kommt alles darauf an, ob er sein Ziel erreicht hat oder nicht und wie er die zur Verfügung stehende Zeit genutzt hat. Das wird sogleich nach dem Tod geprüft im persönlichen Gericht.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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